MYOPIE-KONTROLLE / KURZSICHTIGKEIT VERHINDERN

Myopie heißt übersetzt Kurzsichtigkeit und ist keine Augenerkrankung. Vielmehr ist die Kurzsichtigkeit ein Missverhältnis zwischen der Brechkraft des Augen und der Augenlänge. In der Regel ist die Augenlänge „zu lang gewachsen“, so dass das Bild nicht scharf auf der Netzhaut entsteht, sondern der schärfste Punkt vor der Netzhaut liegt. Der Kurzsichtige nimmt ein unscharfes Bild wahr.

In vielen Ländern der Welt ist ein rasanter Anstieg der Kurzsichtigkeit zu beobachten. In Asien wird schon heute ein Anstieg der Kurzsichtigkeit von über 90% beobachtet. Aber auch in Deutschland ist eine deutliche Progression der Kurzsichtigkeit zu beobachten.

 

Wie ist der deutliche Anstieg der Kurzsichtigkeit zu erklären und weshalb ist dieser Anstieg besonders für die weitere Entwicklung von Jugendlichen nachteilig?

Weltweit haben Wissenschaftler in einer Vielzahl an Studien herausgefunden, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Zunahme der Kurzsichtigkeit und den `modernen` Lebens-gewohnheiten gibt. So ist unser Alltag durch eine anhaltende Nahtätigkeit in 20 bis 60 cm bestimmt. Schon in der Schule ist der Arbeitsabstand der Kinder beim Lesen und Schreiben sehr gering. Aber auch die Freizeit nach der Schule wird bestimmt durch Handy, Computer und Tablets, so dass eine weiter anhaltende Nahtätigkeit über den Tag die Folge ist. Studien belegen, dass eine Nahtätigkeit von ca. drei Stunden zusätzlich zur Schule zu einem erhöhten Risiko der Kurzsichtigkeit führt.

Dazu passt die Beobachtung, dass Kinder, die auf dem Land groß werden oder Länder, in denen die Bevölkerung überwiegend außerhalb von Gebäuden aufwächst, deutlich weniger von Kurzsichtigkeit betroffen sind als `Stadtmenschen´.

Warum ist es nicht optimal, einer zunehmenden Kurzsichtigkeit tatenlos zu zusehen?

Zum einen wird die Wahrnehmung der Umgebung mit zunehmender Myopie, ohne entsprechende Korrektur, immer unschärfer. Das weitaus größere Problem bei einer Kurzsichtigkeit von über 6,00 dpt. sind aber erhöhte Netzhautrisiken wie Netzhautablösungen, zu hoher Augeninnendruck (Glaukom) und der Graue Star (Katarakt).

Gibt es Möglichkeiten, den Anstieg der Kurzsichtigkeit zu stoppen oder zu verringern?

In der Augenoptik bzw. Augenheilkunde werden aktuell drei Lösungsansätze verfolgt, um einen weiteren Anstieg der Kurzsichtigkeit zu verringern. Dabei werden den drei Methoden jedoch unterschiedliche Erfolgsaussichten bzw. Erfolge nachgesagt:

  • Sehr positive Einflüsse auf die Myopie-Kontrolle wird der Orthokeratologie zugeschrieben. Hier werden sogenannte Nachtlinsen ausschließlich über Nacht getragen und die Hornhaut so sanft moduliert, dass eine mittlere Kurzsichtigkeit im Schlaf ausgeglichen wird. Das dadurch optimierte Netzhautbild, welches durch die Korrektur der Nachtlinse entsteht, ist deckungsgleicher mit der Netzhaut als das vergleichbare Netzhautbild einer Brille bzw. einer `normalen´ Contactlinse. Diese Deckungsgleichheit mit der Netzhaut führt so zu einer Reduzierung des Längenwachstums der Netzhaut.
  • Eine weitere Möglichkeit, die Kurzsichtigkeit von Jugendlichen zu reduzieren, ist die Anpassung von sogenannten multifokalen Contactlinsen. Ähnlich wie bei herkömmlichen Gleitsichtlinsen, weist die Linse zum Rand hin eine Nahzone auf, die das Lesen erleichtert. Somit muss das Auge sich beim Lesen nicht so anstrengen und die sogenannte Nah-Akkommodation (lesen) wird erleichtert.
  • Als dritte Methode, um die Kurzsichtigkeit zu bremsen, wird die Gabe von Medikamenten diskutiert. Am wirkungsvollsten hat sich derzeit das Medikament Atropien in einer geringen Dosis von 0,01% ergeben. Laut Studien soll bei einer täglichen Verabreichung des Atropiens das Längenwachstum des kindlichen Auges gebremst werden. Ob sich jedoch langfristig noch Nebenwirkungen durch das Atropien bei den Kindern zeigen, muss noch weiter erforscht werden.

Möglicherweise kann auch ein Visualtraining zur Reduzierung der Kurzsichtigkeit bei Kindern helfen. Hierbei werden spezielle Augen- und Sehübungen mit den Kindern einstudiert, die die Kinder dann selbstständig täglich zu Hause ausüben.

Auch der richtigen Arbeitssituation mit der richtigen Beleuchtung, Leseentfernung oder Stuhlhöhe werden positive Effekte zugeschrieben.

Weitere Infos erhalten Sie in einem kostenlosen Beratungsgespräch.